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Grundlagen und Prinzipien unserer pädagogischen Arbeit

Jedes Kind soll sich in unserer Kindertagesstätte angenommen und geborgen fühlen. Das Kind mit seinem Wunsch nach Zuwendung, Anerkennung, Wahrgenommenwerden steht immer im Mittelpunkt unserer Arbeit. Wir bieten den Kindern Orientierung, Regelmäßigkeit, Struktur und Sicherheit an. Das Ziel unserer Bildungs- und Erziehungsarbeit ist es, das Kind zu befähigen, den Herausforderungen in einer sich ständig wandelnden Welt gewachsen zu sein. Wir vermitteln den Kindern Basiskompetenzen, d.h. die Kinder erlernen bei uns grundlegende Fähigkeiten, Fertigkeiten und Haltungen.Die Grundlage, um unsere Bildungs- und Erziehungsziele zu erreichen ist der „Niedersächsische Orientierungsplan für Bildung und Erziehung“.

Unser Bild vom Kind
Das Kind ist ein Geschenk Gottes. Von Geburt an ist es ein geborener Lerner und von sich aus bestrebt, die Welt zu verstehen. Das Kind ist neugierig, wissbegierig, kreativ und interessiert. Es möchte sich durch eigenes Handeln, Forschen und Ausprobieren die Welt aneignen. Das Kind ist also aktiver und kompetenter Akteur seines Lernens. Jedes Kind ist einmalig, d.h. jedes Kind entwickelt sich anders und hat sein eigenes Tempo. Es muss dort abgeholt werden, wo es gerade steht. Das bedeutet für die pädagogische Arbeit, Kinder genau zu beobachten, um ihnen die gerade notwendigen Entwicklungsimpulse zu geben.

Wie Kinder lernen
Kinder bilden sich selbst und ganzheitlich. Das Spiel ist für sie die wichtigste Form der handelnden Auseinandersetzung mit ihrer inneren und äußeren Welt.Die Kinder lernen aktiv durch „Be-greifen“. Sie müssen Dinge in die Hand nehmen, anfassen, greifen und so viele Sinne wie möglich dabei einsetzen. Sie lernen durch „Entdecken“. Ist erst einmal ihre Neugier geweckt, versuchen sie etwas herauszufinden, zu experimentieren und versuchen sich die Welt zu erklären.Sie lernen durch „Kommunikation“. Sie benötigen ein soziales Umfeld, in dem Fragen gestellt und Antworten gegeben werden. Sie lernen nach „individuellem Interesse“.Und Kinder lernen, weil es ihnen Spaß macht. Sie haben Lust, etwas herauszufinden und sich zu eigen zu machen. Durch eine gute Beziehung zur Bezugsperson sind sie bereit, viel aufzunehmen und sich intensiv zu engagieren.

Unser Selbstverständnis als Erzieherin
Grundlage unseres Selbstverständnis ist die Wertschätzung jedes einzelnen Kindes. Jedes Kind wird mit seinen Stärken und Schwächen angenommen. Ein wichtiger Leitsatz unserer Arbeit: “Wir geben den Kindern Hilfe zur Selbsthilfe“. D.h., wir sehen uns als Entwicklungsbegleiter der Kinder. Wir bieten ihnen Verlässlichkeit in der emotionalen Beziehung. Sie finden bei uns klare Regeln und Strukturen vor. Sie erleben Freundlichkeit, Mitgefühl und dass sie ernst genommen werden mit ihren Bedürfnissen und Gefühlen. Wir vermitteln ihnen Zuversicht und Ermutigung. Unsere Haltung und Einstellungen nehmen wir immer wieder reflektierend in den Blick.

Die verschiedenen Bildungsziele und Lernbereiche
Die nachfolgend beschriebenen Bildungsziele und Lernbereiche sind angelehnt am Niedersächsischen Orientierungsplan für Bildung und Erziehung.

Sprache und Sprechen
Ein Teil der Kinder, die unsere Einrichtung besuchen, haben einen Migrationshintergrund, d.h. Deutsch ist nicht ihre Muttersprache. Das Beherrschen der deutschen Sprache ist grundlegend für alle weiteren Bildungs- und Sozialisationsprozesse. Im Tagesablauf werden immer wieder Situationen geschaffen, die Sprachanlässe bieten. Durch Lieder, Reime, Singspiele und Ähnliches haben die Kinder Lust am Sprechen und werden so in ihrer Sprachentwicklung gefördert. Darüber hinaus bieten wir  eine spezifische, gezielte und intensive Sprachförderung für die Kinder an, deren sprachlicher Entwicklungsstand in Deutsch als Erstsprache bzw. als Zweitsprache nicht ausreichend ist. Für diese besondere Förderung kommt täglich eine ausgebildete Sprachförderkraft in unsere Einrichtung.
Wenn wir feststellen, dass Kinder in der Artikulation Probleme haben, sprechen wir die Eltern darauf an und empfeheln die Kontaktaufnahme zu einem Logopäden.

Emotionale Entwicklung und Soziales Lernen
Im Kontakt untereinander und mit Bezugspersonen entwickeln die Kinder Fähigkeiten, sich als Person zu erleben, ihre Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken. Außerdem erlernen sie im Umgang untereinander soziale Verhaltensweisen und die Fähigkeit, ihre Beziehungen zu anderen Menschen kompetent zu gestalten.Das Kind erfährt in unserer Einrichtung verlässliche Beziehungen zu den Bezugspersonen und den anderen Kindern. „Ich bin willkommen, ich bin wichtig, ich kann etwas bewirken.“Wir unterstützen die Kinder bei dem Prozess der Übernahme seiner Geschlechtsrolle als Junge oder Mädchen.Die Vermittlung von Konfliktstrategien, Konfliktbereitschaft, Eigenverantwortung, Kritikfähigkeit, Frustrationstoleranz, und Hilfsbereitschaft ist uns ein großes Anliegen.Die Stärkung ihrer Lebensfreude und die Hilfestellung beim Umgang mit negativen Gefühlen bestimmt unser pädagogisches Handeln.

Entwicklung  kognitiver Fähigkeiten und der Freude am Lernen
Die Grundlage des kognitiven Lernens ist der Einsatz von Bewegung und aller Sinne. Das Kind wird in seiner Eigenaktivität unterstützt und bestimmt den Lernrhythmus. Zur Entwicklung seiner kognitiven Fähigkeiten wird es bei dem Erwerb von Lernstrategien unterstützt. Das Kind bildet Hypothesen und überprüft diese durch sein Handeln. Dabei sind kreative und ungewöhnliche Denkwege ausdrücklich gewünscht. Wir nehmen keine Ergebnisse vorweg und nehmen den Kindern die Problemlösungsversuche nicht ab. Um die Freude der Kinder am Lernen zu unterstützen, gestalten wir Lernangebote spannend, attraktiv und strukturiert am jeweiligen Entwicklungsstand eines Kindes orientiert.Wir vermitteln den Kindern spielerisch Grundwissen z.B. von Farben, Formen und Zahlen, aber auch die Kenntnis von Naturphänomenen und lebenspraktisches Wissen. Die Kinder erhalten die Möglichkeit, ihr Gedächtnis zu trainieren. Wir fördern ihre Merkfähigkeit, ihre Ausdauer und Konzentration. Die Freude am Lernen wird gestärkt, indem die Kinder Fehler machen können und durch Wiederholungen Lernerfolge festigen können.

Körper – Bewegung - Gesundheit
Für die gesunde Entwicklung eines Kindes ist es wichtig, dass die Kinder ausreichend Möglichkeiten haben, sich zu bewegen. Um dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder entgegen zu kommen, bieten wir ihnen Gelegenheit, sich im Gruppenraum, Im Spielkeller und der Turnhalle zu bewegen. Die Unterstützung ihrer Bewegung ist wichtig, um ihre Konzentrations- und Lernfähigkeit zu fördern.
Durch den Einsatz verschiedener Materialien entwickeln die Kinder immer wieder neue kreative Spielsituationen. Ein gezieltes Turnangebot findet einmal wöchentlich in der nahe gelegenen Schulturnhalle statt. Außerdem bietet unser großzügiges Außengelände Raum, das Bedürfnis nach Klettern, Balancieren, Schaukeln, Springen, Rutschen, Kriechen und Fortbewegen mit Roll- und Fahrgeräten auszuleben.Können die Kinder sich ausreichend bewegen, fühlen sie sich gesund und sind weniger unfall- und krankheitsgefährdet. Um ihre Gesundheit zu unterstützen, achten wir bei angebotenen Speisen auf gesunde und ausgewogene Ernährung. So steht den Kindern unter anderem ganztätig frisches Obst und Gemüse zum Naschen zu Verfügung.Tägliches Zähneputzen und regelmäßiges Hände waschen ist Teil des Tagesablaufs. Unterstützend im Bereich der Zahnpflege kommt das Team vom Zahngesundheitsdienst regelmäßig in unsere Einrichtung.Um die Fein- und Grobmotorik zu fördern, erhalten die Kinder Materialien, die diese Fähigkeiten fördern, z.B. das Hantieren mit Scheren, Prickelnadeln, Pinzetten und Messer.Außerdem führen wir Projekte zu Themen wie Ernährung, Körper, Wohlbefinden, Gesundheit und Hygiene durch.

Lebenspraktische Kompetenzen
Kinder haben das ausdrückliche Bedürfnis, Dinge „selbst“ zu tun. Um diesem Bedürfnis nachzukommen gilt für uns der Leitsatz: „Hilf mir, es selbst zu tun“. Die Kinder wollen Dinge nachahmen und selbstständig sein. Die Kinder erhalten Hilfestellungen beim eigenständigen An- und Auskleiden, Schuhe anziehen, Essen auffüllen, selber Essen, Zähne putzen, sich waschen und vielem mehr.
Kinder helfen von sich aus gerne. Deshalb geben wir ihnen Gelegenheit, abzuwaschen, Blumen zu gießen, Mahlzeiten zuzubereiten und auch das Hantieren mit Dingen im häuslichen Bereich, z.B. mit Werkzeug, Scheren, oder Messer und Gabel zu erlernen.
Wir unterstützen die Kinder dabei, sich ihre Adresse zu merken, Telefonnummern zu behalten und in Notsituationen zu wissen, welche Notrufnummer sie wählen müssen. Durch Ausflüge außerhalb der Kita lernen die Kinder auch ihr unmittelbares Umfeld kennen, z.B. die Post oder das Rathaus.

Mathematisches Grundverständnis
In der frühen Kindheit lernen die Kinder mathematische Vorläufer-kenntnisse und- fähigkeiten. Sie machen immer Erfahrungen mit Raum und Zeit. Ihnen begegnen Zahlen und Formen. Entsprechend ihrem Alter werden sie in unserer Einrichtung spielerisch an elementare Erfahrungen zum Sortieren, Klassifizieren und Quantifizieren herangeführt. Bereits im täglichen Morgenkreis üben sich schon die Kleinsten im Zählen der anwesenden Kinder, sie nehmen wahr, dass es verschiedene Wochentage, Monate und Jahreszeiten gibt. Durch Bewegungsspiele lernen sie Begriffe wie oben, unten, hinter usw. kennen. Beim kreativen Gestalten oder Bauen lernen sie verschiedene Formen kennen.Im letzten Jahr vor der Schule haben sie Gelegenheit, in der „Entdeckerhöhle“ selbständig mit Gewichten, Mengen, Flächen, Wasser und Sand zu experimentieren.

Ästhetische Bildung
Ästhetik umfasst alles sinnliche Wahrnehmen und Empfinden. Ästhetische Erfahrungen bilden eine Grundlage für den Aufbau kognitiver Strukturen. Wir unterstützen die Kinder dabei, alle ihre Sinne Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören und Sehen zu sensibilisieren, indem wir ihnen verschiedene Materialien und Werkzeuge zum Ausprobieren zur Verfügung stellen.
Ästhetische Bildung drückt sich auch aus, indem die Kinder ihren Körper als Ausdrucksmittel erproben. So werden Theaterstücke mit ihnen erarbeitet, aber auch beim Tanz und Singen sind sie mit allen Sinnen dabei. Lieder, Reime und Bewegungsspiele sind Teil des Tagesablaufs.
Ein wichtiger Bereich in unserer Einrichtung ist das bildnerische Gestalten. Die Kinder haben Gelegenheit, angeleitet und eigenständig zu malen, zu kleben, zu matschen, zu basteln und auch zu werken und zu töpfern.
Durch verschiedene Angebote im Gruppenraum, aber auch in Intensivräumen fördern wir die Kinder in ihrer Ausdrucks- und Darstellungsfähigkeit, ihrer Phantasie und Kreativität.

Natur- und Lebenswelt.
Unsere Kindertagesstätte als Lernwerkstatt bietet den Kindern die Möglichkeit, naturwissenschaftliches Grundverständnis zu erwerben. Durch Experimentieren im Alltag haben sie Gelegenheit, Naturphänomene kennen zu lernen. Unser großes Außengelände ermöglicht, die jahreszeitliche Veränderung der Natur zu beobachten. Ebenso befindet sich dort eine große Sandkiste und eine Matschanlage, sodass sie Erfahrungen mit den Elementen Wasser und Erde machen können. Darüber hinaus führen wir Waldtage durch und machen mit den Kindern Ausflüge und Spaziergänge in der näheren Umgebung. Wichtig ist für uns auch, dass die Kinder ihr Lebensumfeld kennen lernen. Deshalb besuchen wir zum Beispiel öffentliche Einrichtungen wie die Feuerwehr, die Polizei oder gehen mit ihnen auf den Wochenmarkt. Wichtig ist für uns, dass die Kinder bei jedem Wetter nach draußen gehen.

Ethische und religiöse Fragen, Grund Erfahrungen menschlicher Existenz
In unserem evangelischen Kindergarten feiern wir regelmäßig Gottesdienste und Andachten. Die Kinder lernen die Feste des Kirchenjahres und deren Ursprünge kennen. Sie erfahren in unserer Einrichtung Offenheit und Achtung gegenüber anderen Kulturen. Es besuchen auch Kinder unsere Einrichtung, die anderen Religionen angehören. Sie erfahren bei uns Wertschätzung und Akzeptanz.
Durch Gebete, religiöse Lieder und biblische Geschichten werden die Kinder an christliche Werte herangeführt. Durch Gespräche, Rollenspiele und das tägliche Miteinander wird den Kindern eine Lebenseinstellung, die von Wertschätzung, Solidarität, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft gegenüber dem Anderen geprägt ist, vermittelt. Unterstützt werden wir bei dieser Arbeit durch unseren Pastor und die Diakonin unserer Gemeinde. Gemeinsam feiern wir Gottesdienste und führen Projekte im Rahmen des Kindergartens durch.